Technologie

Der Erfolg unserer Methode liegt in den innovativen Modellierungsabläufen, die auf Erfahrungen aus der Spiele-Industrie basieren. Sie ermöglichen die hohe Effizienz und machen unsere 3D-Modelle extrem datenschlank und qualitativ hochwertig.

Für jede 3D-Modellierung braucht es zunächst eine Datenbasis, wobei die Datenaufnahme-Verfahren sehr unterschiedlich sind in Vorgehensweise und Aufwand. Uns reicht die terrestrische Fotogrammetrie völlig aus, um Modelle in einer Qualität zu erstellen, die bisher nur durch deutlich teurere Verfahren möglich war. Das bedeutet, dass wir lediglich Fotos aus der Fußgängerperspektive und einige Referenzmaße benötigen.

Zwei Beispiele: ein Hauptbahnhof in der Größenordnung von Karlsruhe erfordert circa drei Mannstunden für die komplette Datenaufnahme aller Publikumsbereiche inklusive Außenbereich, Bahnhofshallen, Verteilerebenen, Querbahnsteige und aller Bahnsteige und Fußgängertunnel. Und selbst die Aufnahme einer gesamten Innenstadt in der Größenordnung von Oldenburg (ca. 1.000 Gebäude) benötigt nur rund 16 Mannstunden. Natürlich können wir aber auch Daten aus anderen Quellen und Verfahren wie Laser-Scans, Punktwolken, Plänen oder klassischer Vermessung verarbeiten, von quick-but-not-at-all-dirty bis hochpräzise, je nach Bedarf an das Produkt.

Die eigentliche 3D-Modellierung erfolgt semi-automatisiert auf Basis unserer ToolChain, einer Sammlung von Algorithmen zur Prozessierung der Eingangsdaten. So werden zunächst Vektoren und dann Objekte im digitalen Modell erkannt und durch die Entsprechung aus der Objektbibliothek ersetzt – dies sorgt dafür, dass die Datenmengen klein gehalten werden.

Wir setzen u. a. Verfahren der Datensynchronisierung und -standardisierung, terrestrisch-fotogrammetrische Berechnungen (Matrizen-Berechnung), Detektions-Software (Mustererkennung) sowie Bibliotheks-Architekturen und Instanziierung ein. Mit unserem mehrstufigen Verfahren erreichen wir Auflösungen von zehn Zentimetern, mit terrestrischer Photogrammetrie bis in den Millimeterbereich, je nach Qualität der Eingangsdaten. Individuelle Gebäude oder Strukturen werden manuell nachmodelliert, was unser erfahrenes Team aus über 90 geschulten Modellierern mit höchster Effizienz und Kompetenz erledigt.

Unsere Modelle können entweder die aktuellen Gegebenheiten, also den tatsächlichen Bestand, die Planung oder eine Kombination aus Bestand und Planung beinhalten.

Das Herz unserer Technologie bildet unsere umfassende und gut strukturierte Objektbibliothek, die aus geometrischen Repräsentanzen der bebauten und der natürlichen Umwelt besteht. Sie ist über Jahre und aus vielen tausend Projekten entstanden und umfasst bis zu elf Detaillierungsgrade, um verschiedenen Anforderungen optimal gerecht werden zu können.

Die Bibliothek funktioniert dreistufig und auf der ersten, lokalen Stufe befinden sich Objekte, die nur einmal existieren, einzelne Häuser zum Beispiel. Die regionale Stufe beinhaltet spezielle Objekte wie etwa deutsche Verkehrszeichen, Bahnsignale oder den typisch deutschen Jägerzaun und auf der dritten, globalen Stufe ist gesammelt, was es überall auf der Welt gibt: Materialien, Oberflächen, Autos, Bäume etc. Besonderheiten wie etwa Ornamente an Fassaden sind nicht hinterlegt, sondern werden separat fotografiert und manuell modelliert. Merkmale wie Risse im Mauerwerk, Gartenzwerge oder Gardinen dagegen neutralisiert unser System, so dass es keinerlei Datenschutz- oder rechtliche Probleme gibt.

Durch die Struktur der Objektbibliothek ist ein Anschluss an Facilities oder Asset Management-Systeme von Betreibern in der Regel mit Hilfe eines simplen Mapping-Verfahrens durchführbar. So entstehen aus objektbasierten 3D-Modellen voll umfassende BIM-Modelle – unabhängig von der jeweils eingesetzten Software.

Viele unserer Kunden möchten die 3D-Modelle anschauen und bedienen können, ohne dafür eine spezielle Software installieren zu müssen. Daher liefern wir zur Visualisierung und Kommunikation die Modelle in unserem eigenen „Player“ aus, dem 3D Rocket-Datenviewer. Fast ohne Mehraufwand können wir die Modelle aber auch in allen gängigen Herstellerformaten bereitstellen (CAD, BIM, GIS), so dass Planer und Ingenieure in den Autorensystemen auf der Basis unserer Modelle arbeiten.

Doch es geht noch viel mehr, auch speziellere Anforderungen erfüllen wir. So ist es im Rahmen der Semantisierung möglich, die Modelle für den Aufruf von Meta-Daten aus beliebigen Systemen (wie SAP) und Datenbanken aufzubereiten oder Konnektoren zu externen Datenquellen zu erzeugen. Auch können wir Metadaten und Attribute durch den gesamten Produktions-Prozess bis in das 3D-Modell beibehalten sowie Werte und Daten einzelner Teile automatisiert ermitteln und sie in Form von Metadaten verknüpfen.

Unsere Technologie ist so innovativ wie flexibel, auf die Bedürfnisse des Kunden und seine Ansprüche an das 3D-Modell kommt es an.